25. November 2016, 13:27

Kolumne // Das Gefühl, nicht dazuzugehören.

Ich bin jetzt seit über zwei Jahren Mutter und eigentlich könnte man da doch meinen, ich hätte mich längst mit meinem neuen Platz in der Gesellschaft anfreunden müssen. Das Problem ist aber, dass ich, zumindest gefühlt, noch nicht einmal einen richtigen Platz habe. Weil ich nirgendwo richtig reinpasse, jedenfalls in den Köpfen der anderen nicht. Natürlich überspitze ich das Ganze im Folgenden zur Verdeutlichung meines Anliegens und schiebe die Ausnahmen, meine engsten Freunde etwa, für die ich einfach Nike war, bin und bleibe, ganz frech beiseite. Obwohl das so natürlich auch nicht ganz richtig ist. Freitags werde ich in der Abendplanung nämlich hin und wieder vergessen.

Vor allem seit ich, verzeiht mir bitte diesen Terminus, „Single Mom“ bin. Also getrennt lebend vom Vater meines Kindes. Und da wären wir schon beim ersten richtigen Knackpunkt angelangt. Wenn man sich nämlich dazu entscheidet, dass alle drei Beteiligten der Familienkonstellation glücklicher wären, wenn Mama und Papa jeweils ihre eigenen Wege gehen, dann blickt man zunächst einmal in große Augen. Wegen der vermeintlich gigantisch-egoistischen Intentionen, denn für die Allgemeinheit scheint es außer Frage, dass eine Bullerbü-Kindheit trotzdem möglich ist. Ich sage zu meiner Verteidigung dann manchmal überflüssige Dinge wie „Ja, aber ich bin ja nicht alleinerziehend.“ Bloß folgt dann alsbald der nächste Gegenschlag, im Prinzip habe ich ohnehin nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich bin die arme Sau ohne Kindespapa im meinem Bett, oder one lucky bitch, weil ich durch das 50/50-Modell ja so unverschämt viel Zeit für mich alleine habe, hach. Read more »

9. November 2016, 14:27

Winter Spezial // Muckelig warm gegen die Kälte

Gibt es irgendetwas schwierigeres als jemanden anzuziehen, der nicht reden kann, dabei einzuschätzen, ob es ausreichend warm, bequem und gleichzeitig funktional ist? Ich glaube kaum. Jeden Morgen stehe ich also erneut vor der Kommode und setze instinktiv auf „Mehr ist mehr“, statt auf Sparsamkeit, schließlich mutieren die Kleinsten spätestens ab der Betreuung ja eh schon zu kleinen Bakterienschleudern, da will man das Ganze nicht auch noch unnötig befeuern.

Mein Trick: Zwiebel, it is. Und so wird Schicht über Schicht angezogen, damit wir in wärmeren Räumen, in der Sonne und überall da, wo die Temperaturen sonst wieder steigen, schnell reagieren können: Anzwiebeln oder eben auszwiebeln. Weicher Body, Strumpfhose, Stoppersocken oder warme Schuhe für draußen, feste Hose, Longsleeve oder Pulli, Strickjacke, Wollmütze und dann, erst dann kommen Winterjacke (oder Anzug) und Handschuhe – und das Kind in den Kinderwagen(-sack). Hört sich nach Bewegungslosigkeit Deluxe an, funktioniert bisher aber ganz gut. Hab‘ ich was vergessen? Und weil Wilma gerade einen unheimlichen Schub gemacht hat, von einer 74 voll Karacho auf eine 86 zusteuert, ziehe ich also am Wochenende wieder los und besorge ihr kurzerhand neue Zwiebelschichten in den Kinderläden dieser Stadt. Und wer sich lieber online umsieht, für den haben wir eventuell schon jetzt was im Gepäck: Read more »

4. November 2016, 11:43

Buchtipps // Von Verlust & Trauer –
Bücher, die den Tod erklären.

„Mama, warum musste Opa sterben und wo ist Opa jetzt?“, ist einer dieser Sätze, der mich jetzt schon unruhig werden lässt und dafür sorgt, dass in meinem eigenen Kopf unzählige Fragezeichen hinzukommen. Schon kurz nach dem Tod meines eigenen Papas habe ich mich gefragt, was ich antworten soll, wenn meine eigene Tochter mit fragenden Augen irgendwann vor mir steht und mich mit diesen wenigen Worten konfrontiert. Weil ich keine Antwort habe, weil ich selbst nicht weiß, ob wir es irgendwie hätten verhindern können, weil der Tod so radikal ist und weil ich mir doch so sehr gewünscht hätte, mein Vater hätte mein kleines Mädchen eben noch besser kennen gelernt.

Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage, obwohl sie mich jetzt schon bald ein ganzes Jahr lang quält. Vielleicht finde ich sie im Laufe der Zeit bis Wilma überhaupt sprechen kann, bis die Themen „Verlust, Tod und Trauer“ also auf unserem Küchentisch liegen. Ich weiß es nicht. Was ich aber sehr wohl weiß: Es gibt kaum ein anderes Thema, das wir so radikal versuchen vor uns her zu schieben, das uns so plötzlich und schmerzerfüllt treffen kann und das gerade für unsere kleinen Schutzbedürftigen ganz besonders sensibel und hoffnungserfüllt aufbereitet werden sollte. Und genau dabei helfen uns manchmal Bücher. Kinderbücher, die den Tod ganz vorsichtig und trotzdem sehr verständlich erklären – genau dann, wenn wir selbst vielleicht keine eigenen Worte finden. Read more »

2. November 2016, 16:11

Aufruf & Engagement //
Pampers für Unicef – Babys sind großartig!

Es geht um eine Infektionskrankheit, die wir hierzulande kaum noch kennen, die ganz selbstverständlich irgendwann in unserem Impfausweis auftaucht, über deren Ursachen und Auswirkungen wir allerdings zunehmend weniger wissen. Es geht um Tetanus – und darum, Menschen in betroffenen Gegenden der Welt so schnell wie möglich zu helfen.

Das Ziel ist klar formuliert: Tetanus bei Müttern und Neugeborenen in allen betroffenen Ländern zu besiegen – und bereits zum 11. Mal in Folge haben sich Unicef und Pampers zusammen getan, um der Infektionskrankheit weiter den Kampf anzusagen: Mit ihrer Aktion „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“, die wir euch bereits im vergangenen Jahr ans Herz legen durften, Früchte trägt und zu einem riesigen Meilenstein beitragen konnte: In 19 Ländern – das ist die Hälfte der zu Beginn der Partnerschaft betroffenen Länder – konnte der Eliminierungsstatus erreicht werden. Kein Grund, die Arbeit nieder zu legen, sondern weiter zu machen, denn auch die Mission geht weiter: In den restlichen 19 Ländern sind weiterhin noch 67 Millionen Frauen und ihre Neugeborenen durch die Infektionskrankheit bedroht. Ebenjener Krankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen angreift und in den meisten Fällen zum Tode führt. Und dabei ist es so einfach, einer Infektion vorzubeugen: Mit bloß einem einzigen Pieks: Mit einer Impfung.

Warum das allerdings nicht so einfach ist, was Jasmin Gerat mit der Aktion zu tun hat und vor allem, wie wir die Aktion, die seit dem 1. November wieder läuft, unterstützen können, erfahrt ihr hier: Read more »

1. November 2016, 9:39

TINY TALKS // Mit Maren & Dorina und ihrem Baby „mara mea“

Am Anfang der Schwangerschaft behauptete ich noch felsenfest, komplett auf Umstandsmode verzichten zu können, bloß als irgendwann der Bauch jeden noch so weiten Pulli ausleiern wollte, da kam ich auf den Trichter, dass Kleidung für werdende Mommys vielleicht doch von Vorteil sein können. Angefangen bei der Jeanshose mit hohem Bund über Kleider, die trotz Murmel an allen Seiten auf der gleichen Länge enden und sich nicht vorn hochziehen bis hin zu Sweatern, die den Bauch perfekt einkuscheln, aber eben nicht spannen noch verzogen sitzen.

Es macht eben doch Sinn, dann und wann seinen Blick für Labels zu öffnen, die sich genau dieser Zeit in unserem Leben widmen. Und genau solch ein Label ist mara mea, das Baby von Maren und Dorina aus Berlin. Zwar sind die Beiden selbst noch gar keine Mamis, für uns haben sie unseren Tiny Talks-Fragebogen trotzdem beantwortet und ihr aktuelles Lookbook gleich mitgeschickt. Read more »

28. Oktober 2016, 13:05

TINY DIARY // Zurückspulen, bitte!
Das erste Jahr als Mama

Ein einziger Mann* hat mir in meiner Schwangerschaft prophezeit, dass alles immer nur noch schöner wird. Dass diese kleinen Menschen, die von heute auf morgen einfach da sind, zwar alles auf den Kopf stellen werden, aber jeder Tag eben besser wird. Erst können sie gar nichts, dann schlafen sie nur und langsam aber sicher formen sie sich zu ganz eigenen Charakteren. Ich fand diese Worte so schön und so einprägsam, weil ich fast ausschließlich von „Schlaf vor, es wird so anstrengend“, „Warte mal ab, du schaffst gar nichts mehr“ und „Genieß die Zeit alleine noch“ umgeben war.

Längst wollte ich euch ein Update geben, ein Update über das Leben mit Kind, über das erste Jahr, über Donnerwetter-Tage und Sonnenschein-Momente – aber der Alltag und die Arbeit für Jane Wayne kamen mir einfach dazwischen. Wenn man schwanger ist, hat man eine ungefähre Vorstellungen, wie das Leben mit Kind sein könnte. Oder man hat gar keine. In der Schwangerschaft zählte ich mich immer zur ersteren Riege, immerhin bekam ich bei Nike alles hautnah mit, bei meiner Schwester auch und an die Säuglingszeit meiner jüngsten Schwester meine ich mich auch in etwa noch zu erinnern. Ich dachte, ich wüsste, wie es wäre, demnächst mit Kind durch die Welt zu wuseln. Aber im Grunde genommen hatte ich keine Ahnung. Wie auch? Schließlich ist jedes Kind anders, jedes Paar völlig unterschiedlich und jede Lebensrealität sowieso. Wie sich das neue Leben also wirklich anfühlen wird, kann niemand vorher sagen. Man kann wohl nur versuchen, es zu ungefähr zu skizzieren. Bloß hilft der positive Blick in die Zukunft uns wohl eher, als nett gemeinte, wappnende Ratschläge. Und so war’s also bei mir: Read more »